Integri-TEA: Wie effektives Vertragsmanagement helfen kann, die Krise zu überwinden

08.10.2020

Indien, online

Integri-TEA: How effective contract management can help to overcome the crisis

Aufgrund der großen Resonanz und des positiven Feedbacks aus den letzten Sitzungen wird das Integri-TEA-Format in Indien fortgesetzt. Anfang Oktober lud die Allianz für Integrität Unternehmerinnen und Geschäftsfrauen ein, ihre Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und ein tiefgreifendes Verständnis für Maßnahmen und bewährte Praktiken zur Korruptionsprävention in ihren Unternehmen zu entwickeln. Die sechste Sitzung des Integri-TEA wurde in Zusammenarbeit mit HER&NOW, Dhriiti - The Courage Within und Start Up Oasis durchgeführt.

Unternehmerinnen sind die treibende Kraft hinter wirtschaftlichem Wachstum und sozialem Wohlergehen. Daher spielen sie eine wesentliche Rolle im Kampf gegen Korruption. Mit dem Ziel, Frauen beim Aufbau eines nachhaltigen Unternehmens zu unterstützen, legte die sechste Sitzung einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema Vertragsmanagement und Vereinbarungen mit nationalen und internationalen Partnern. Die Veranstaltung bot eine sichere Plattform, auf der sich Geschäftsfrauen über Herausforderungen, Ideen und bewährte Praktiken mit Gleichgesinnten austauschen konnten. Zusammen mit Compliance-Expert*innen diskutierten die Teilnehmerinnen, wie ein effektives Vertragsmanagement dazu beitragen kann, Kosten zu senken, die betriebliche Leistung zu maximieren und in Folge die Effizienz in ihren Unternehmen zu steigern.

An der Sitzung nahmen 42 Unternehmerinnen aus unterschiedlichen Regionen des Landes teil, die in einer Vielzahl von Sektoren der indischen Wirtschaft tätig sind. Bhavna Arora, Trainerin der Allianz für Integrität und Leiterin des Bereichs Recht und Compliance bei TÜV Rheinland Indien, eröffnete die Diskussion und hob die rechtlichen Unterschiede zwischen Vereinbarungen, Verträgen und Verpflichtungen hervor. In ihrem Vortrag erläuterte sie den Zweck und die Bedeutung von Registrierungen, Stempelgebühren und verschiedenen vertraglichen Rechtsbedingungen bei privaten Beschaffungsprozessen. Besonderes Augenmerk wurde auf Vertragsbedingungen mit zwischenstaatlichen Unternehmen und internationalen Partnern gelegt. In diesem Zusammenhang äußerten die Teilnehmerinnen Bedenken hinsichtlich der rechtlichen Gültigkeit von Verträgen, die digital abgeschlossen werden – zumal das Thema in der gegenwärtigen Krise zunehmend an Bedeutung gewinne. Die Expertin erklärte, dass per E-Mail versandte und von beiden Parteien unterzeichnete Verträge rechtsverbindlich sind, unabhängig davon, wo die Parteien ihren Sitz haben oder wo die Vertragsbedingungen umgesetzt werden. Dies gelte jedoch nicht für Verträge oder Vereinbarungen, die über informelle Kanäle wie WhatsApp oder soziale Medien abgeschlossen werden.

Bhavna unterstrich darüber hinaus die Bedeutung finanzieller Aspekte, da verspätete Zahlungen verheerende Auswirkungen auf Unternehmen haben können. Ein wichtiger Teil bestehe darin, die Vertragsbedingungen ordnungsgemäß auszuhandeln und Instrumente zu entwickeln, die dazu beitragen, negative Auswirkungen auf Produktion und Rentabilität zu vermeiden. Für den Fall von finanziellen Engpässen während der aktuellen Krise riet sie, die Vertragspartner so früh wie möglich einzubeziehen, um gemeinsam an möglichen Lösungsansätzen zu arbeiten, die für beide Seiten akzeptabel sind.

Das Treffen schloss mit der Beantwortung von Fragen zur Expansion und Sichtbarkeit auf internationalen Märkten. Die Identifizierung von Bedürfnissen spielt dabei eine Schlüsselrolle. Nur wer potenzielle Anbieter und Marktchancen genau kennt, wird später in der Lage sein, seine Geschäftsaktivitäten nachhaltig auszubauen. Die Teilnehmerinnen beteiligten sich aktiv an der Diskussion darüber, wie sie ihr Geschäftsmodell an sich verändernde Märkte und Technologien anpassen können. Von besonderer Relevanz war dabei die Frage, wie Unternehmen auch in herausfordernden Zeiten expandieren können.

Eine der teilnehmenden Geschäftsfrauen erklärte: „Der Austausch mit Unternehmerinnen, die in anderen Branchen tätig sind, hat mir neue Impulse gegeben und neue Perspektiven eröffnet. Es ist wichtig zu wissen, dass wir nicht allein sind und dass wir auf die Unterstützung anderer zählen können. Die Erläuterungen der anwesenden Expert*innen waren besonders hilfreich, um mein Unternehmen auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen vorzubereiten.“

Das positive Feedback der Teilnehmerinnen bestärkt uns darin, das Integri-TEA-Format fortzusetzen, um noch mehr Unternehmerinnen zu erreichen und sie bei der Entwicklung eines nachhaltigen Geschäftsmodells zu unterstützen. Die Veranstaltung war Teil der regelmäßig stattfindenden Peer-to-Peer-Lernsitzungen, in der Problemfelder diskutiert werden, die in vorherigen Sitzungen identifiziert wurden. Die nächsten Sitzungen werden auf unserer Website angekündigt.

Autorin: Savita Singh

 
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