Unternehmen diskutieren Compliance im Auslandsgeschäft

10.03.2020

Reutlingen Deutschland

Unternehmen diskutieren Compliance im Auslandsgeschäft

Am 10. März 2020 trafen sich Vertreter*innen von über 40 Unternehmen und andere Stakeholder an der IHK Reutlingen zu einer Diskussionsrunde zum Thema „Compliance im Auslandsgeschäft“. Denn nicht nur unter Kundinnen und Kunden steigt die Nachfrage nach nachhaltig produzierten Produkten, auch für Unternehmen spielen die Themen Compliance und Integrität eine immer größere Rolle.

Das Auslandsgeschäft stellt dabei eine besondere Herausforderung dar, insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Interaktionen mit ausländischen Amtsträgern bergen ein erhöhtes Korruptionsrisiko, die rechtlichen Rahmenbedingungen und Verfahren sind von Land zu Land unterschiedlich und die Überblickbarkeit sinkt mit der Komplexität der Strukturen und Lieferketten.

Doch was können Unternehmen tun? Ein risikobasierter Ansatz ist der Grundpfeiler für den Erfolg von Compliance-Maßnahmen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen verfügen oft nicht über die personellen und finanziellen Ressourcen, um viele Korruptionspräventionsmaßnahmen gleichzeitig zu implementieren. Daher ist es umso wichtiger, dort anzusetzen, wo die größten Risiken bestehen.

Um Compliance-Maßnahmen von Unternehmen im Vergleich zu internationalen Standards zu prüfen und weiter zu verbessern,

eignet sich insbesondere auch die App und Onlineplattform TheIntegrityApp der Allianz für Integrität und des Deutschen Global Compact Netzwerkes.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die für alle Unternehmen relevant sind. Raphael Rozsa, Compliance Officer bei Ritter Sport, verwies diesbezüglich auf einen für Mitarbeitende gut zugänglich und verständlichen Verhaltenskodex (Code of Conduct), der die Basis für das Agieren der Mitarbeitenden bildet und dessen Inhalt anhand von regelmäßigen Trainings veranschaulicht werden muss.

Große, international agierende Unternehmen verfügen derweil über ausgefeilte und über Jahre verfeinerte Compliance-Management-Systeme. Olaf Schick, Chief Compliance Officer bei Daimler AG, stellte das Compliance-Management-System seines Unternehmens vor und teilte viele interessante Einblicke und Erfahrungen mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Veranstaltung.

Beteiligt an der Diskussion waren auch Christopher Edwards und Giuseppe Benenati vom Startup Xylene, das mittels Blockchain-Technologie und Satellitendaten die Herkunft von Rohstoffen nachvollziehbar macht. Anhand des Beispiels wurde deutlich, welche Chancen Digitalisierung für Compliance und Integrität bietet.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von den Netzwerken Global Business, Nachhaltigkeit, Einkauf und Vertrieb der IHK Reutlingen, den EZ-Scouts, dem Deutschen Global Compact Netzwerk sowie der Allianz für Integrität organisiert.

Autor: Florian Lair

 
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