Feierlichkeiten anlässlich des Internationalen Antikorruptionstages 2020

09.12.2020

Deutschland, online

Businesses discuss compliance in foreign operations

Im Rahmen des Internationalen Anti-Korruptionstages 2020 veranstaltete die Allianz für Integrität gemeinsam mit ihren Partnern Transparency Deutschland, dem Deutschen Institut für Compliance (DICO) e.V. sowie dem Deutschen Global Compact Netzwerk (DGCN) eine dreiteilige Veranstaltungsreihe zum übergeordneten Thema ‚unternehmerische Verantwortung‘.

In der ersten Sitzung wurde das Thema Korruptionsprävention in der Privatwirtschaft diskutiert sowie praktische Instrumente und Tipps zur Implementierung eines effektiven Compliance-Management-Systems vorgestellt. Zum Auftakt gaben Vertreter*innen von DGCN, DICO und der Allianz für Integrität einen ersten Vorgeschmack auf die zweite Auflage der Publikation ‚Korruptionsprävention - Ein Leitfaden für Unternehmen‘ und präsentierten einige der behandelten Themen, beispielsweise Geschäftspartner-Compliance, Risikoanalyse und Whistleblowing. Die Publikation ist ein praktischer Leitfaden für Unternehmen, der eine Orientierungshilfe bei der Umsetzung von Compliance-Maßnahmen bietet. In der anschließenden Podiumsdiskussion beleuchteten Redner*innen aus der Privatwirtschaft, dem öffentlichen Sektor sowie der Zivilgesellschaft aktuelle Compliance-Trends und wie speziell kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) damit umgehen können. Ein wichtiger Aspekt ist die Beteiligung an Collective-Action-Initiativen. Der Zusammenschluss mit gleichgesinnten Organisationen, welche gemeinsame Werte und Ziele teilen, gilt als wichtige Maßnahme zur Risikominderung und wird als wesentlicher Bestandteil von Compliance-Programmen angesehen.

Anknüpfend an die Ergebnisse der ersten Sitzung konzentrierte sich das zweite Panel auf die Stärken und Schwächen des Sorgfaltspflichtengesetzes bzw. des Lieferkettengesetzes in Deutschland. Als Diskussionsgrundlage skizzierte Dr. Andreas Jung, Vertreter des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, die Eckpunkte des neuen Gesetzentwurfs. Im Zentrum der Podiumsdiskussion stand die Frage, wie die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Kontrollorganen konkret in der Praxis umzusetzen sei und wie sichergestellt werden kann, dass Anreize für Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe, geschaffen werden.

Besonders die mangelnde Transparenz darüber, welche Aspekte der Gesetzentwurf abdeckt, stieß bei den Teilnehmenden auf Kritik. Laura Curtze, Direktorin für Menschenrechte & Arbeitsnormen bei DGCN, fasst die Kernaussagen des Gesetzentwurfs im kürzlich erschienenen Compliance Bulletin 20 zusammen.

Die Abschlussveranstaltung zum Thema ‚Sorgfaltspflicht‘ fand im Rahmen des Internationalen Tages der Menschenrechte statt. Susanne Friedrich, Direktorin der Allianz für Integrität, eröffnete die Veranstaltung und betonte die Bedeutung des Themas für die Privatwirtschaft. „Unternehmen können von Synergien profitieren, wenn sie Menschenrechte, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung miteinander in Einklang bringen“, erklärte sie. In Deutschland und auf EU-Ebene wird aktuell ein neues Gesetz zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht diskutiert. Vor diesem Hintergrund erörterten Vertreter*innen aus der Privatwirtschaft, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft, das Potenzial, aber auch einige Kritikpunkte des Gesetzentwurfs. Auch mögliche Herausforderungen, welche die Umsetzung einer verpflichtenden menschenrechtlichen (und möglicherweise auch umweltbezogenen) Sorgfaltspflicht mit sich bringen könnte, wurden adressiert. „Es ist wichtig, einen smarten Mix aus verschiedenen Faktoren zu schaffen, der von Regulierung bis hin zu freiwilligen kollektiven Maßnahmen reicht. Unternehmen müssen dabei eine aktive Rolle spielen, unabhängig vom Gesetz“, resümierten die Sprecher*innen am Ende der Veranstaltung.

Die dreiteilige Veranstaltungsreihe zu unternehmerischer Verantwortung behandelte unterschiedliche, aber hoch relevante Aspekte im Kampf gegen Korruption. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es einer Koordination zwischen relevanten Stakeholdern aller Sektoren bedarf, um systemische Probleme wie Korruption, Menschenrechtsverletzungen oder Umweltzerstörung anzugehen, was dem Collective-Action-Ansatz entspricht, den die Allianz für Integrität in all ihren Aktivitäten verfolgt.

Autorin: Beatriz Osorio Garabosky

 
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