Praxiswebinar zum Thema Geschäftspartner-Compliance und Drittparteienmanagement

21.04.2020

Deutschland, Online

Peer-Learning-Webinar

Michael Volz, Head of Compliance Operations bei Bilfinger SE, stellte im Rahmen eines Webinars das Thema Geschäftspartner-Compliance und Drittparteienmanagement am Praxisbeispiel Bilfinger dar.

Gemäß des Drei-Stufenansatzes des UN Global Compact Netzwerks folgen externe auf interne Maßnahmen eines Unternehmens. Diese sind essenziell, um ein Geschäftsumfeld mit reduziertem Korruptionsrisiko zu schaffen. Ziel des Drittparteienmanagements ist demnach ein adäquates Risiko-Management-System für die Beauftragung von Drittparteien im Unternehmen zu verankern.

Vendor Declarations als Compliance-Werkzeug

Bilfinger SE ist Mitglied des UN Global Compact Netzwerks und setzt dessen Prinzipien auch im Lieferantenmanagement um. Im Zuge dessen werden von Geschäftspartnern so genannte Vendor Declarations verlangt, die Erklärungen zu Compliance-Themen wie Anti-Korruption und Interessenkonflikten, aber auch zu Nachhaltigkeitsthemen, beispielsweise Sozialstandards, enthalten. Daneben werden, je nach Risiko, zusätzlich Vertragsklauseln etabliert, die besondere Audit- und Kündigungsrechte enthalten.

Volz betonte gegenüber den Teilnehmer*innen die große Bedeutung des Drittparteienmanagements: Erhebungen zeigen, dass viele Compliance-Verstöße nicht innerhalb von Firmen entstehen, sondern vielmehr bei Joint Venture-Partnern, Agenten und Dienstleistern. 

Drittparteien hätten damit die Möglichkeit, dem Unternehmen großen wirtschaftlichen Schaden zuzufügen und dessen Reputation nachhaltig zu schädigen. Da Drittparteien jedoch häufig integraler Bestandteil des Geschäftsablaufs sind, ist es Aufgabe des Unternehmens, mögliche Risikofaktoren zu minimieren. Ein risiko-orientierter Auswahl- und Monitoringansatz ist in Bezug auf Geschäftspartner deshalb unerlässlich.

Klare Abläufe schaffen Sicherheit

Besonders exponierte Drittparteien, wie Kooperationspartner, Vertriebsagenten und Behördenintermediäre, unterliegen, je nach Risikobewertung, unterschiedlich strikten Prozessen. Diese beinhalten verschieden umfangreiche Due Diligence-Prüfungen, die Einbindung des höheren Managements, die Nutzung erweiterter Compliance-Klauseln und fortlaufendes Monitoring. Im weiteren Verlauf des Webinars teilte Volz Details zu dem von Bilfinger SE genutzten digitalen Compliance-Tool und beantwortete Rückfragen aus dem Publikum.

Das Webinar wurde vom Deutschen Global Compact Netzwerk gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Compliance e.V. (DICO e.V.) und der Allianz für Integrität organisiert.

Autor: Niklas von Hörsten

 
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