Auftaktveranstaltung des neuen „Integri-TEA“- Formats in Indien

08.04.2020

Indien, Online

Integri-TEA

Korruption und Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern sind in vielerlei Hinsicht stark miteinander verbunden. Männer und Frauen sind auf unterschiedliche Weise von Korruption betroffen und Gegenstand verschiedener korrupter Praktiken und Verhaltensweisen. Die Allianz für Integrität hat daher das neue Format „Integri-TEA“ ins Leben gerufen, das sich speziell an Unternehmerinnen und Geschäftsfrauen aus Indien richtet. Die Veranstaltung bietet einen informellen und geschützten Rahmen, um korruptionsbezogene Herausforderungen und potenzielle Lösungen offen zu diskutieren. Bei einer Tasse Tee tauschen die Teilnehmerinnen ihre persönlichen Erfahrungen aus, lernen voneinander und entwickeln ein tiefgehendes Verständnis für Instrumente und bewährte Praktiken zur Korruptionsprävention innerhalb ihrer Unternehmen. Das Format basiert auf dem „Integrity Coffee“ in Mexiko, welches erfolgreich im Oktober 2019 startete. Der Integri-Tea wird zunächst in den Regionen Rajasthan, Telangana und Assam veranstaltet, wo unser Implementierungspartner Her&Now bereits intensiv tätig ist. Mit der Unterstützung von Start-up Oasis, 

fand die Auftaktveranstaltung am Mittwoch, 08. April 2020, statt. Aufgrund des anhaltenden Ausbruchs von Covid-19 musste die Sitzung an die neue Situation angepasst werden und wurde als virtuelles Treffen mit Unternehmerinnen aus Rajasthan ausgerichtet. 

Der erste Integri-Tea begann damit die Herausforderungen, vor denen Frauen im Kampf gegen die Korruption stehen, und die Maßnahmen, die ihre eigenen Unternehmen bisher ergriffen haben, zu erörtern. Die meisten der Teilnehmerinnen gaben an, dass sie sich in Bezug auf Compliance nicht aufgrund ihres Geschlechtes benachteiligt fühlen. Dies ändert sich jedoch erheblich, wenn es um Stereotypen und Vorurteile geht, die in den verschiedenen Sektoren vorherrschen.

Während sie ihren Werdegang als Unternehmerinnen beschrieben, betonten viele der Frauen, dass ihr Unternehmen auf Vertrauen aufbaue. Aufgrund der geringen Unternehmensgröße haben jedoch nur wenige von ihnen bereits interne Compliance-Management-Systeme eingeführt. 

Im Anschluss berichteten die Geschäftsfrauen von weiteren Herausforderungen, mit denen sie in ihrer täglichen Arbeit konfrontiert sind. Als Beispiel nannten die Teilnehmerinnen, dass sie keinen Anspruch auf verspätete Zahlungen geltend machen können, da es keine rechtsgültigen Verträge zwischen den Lieferanten und den Unternehmen gäbe. Gerade in Krisenzeiten kann dieses ausschließlich auf Vertrauen basierende Geschäftsverhalten zu einem großen Problem werden. Daneben erklärten einige Teilnehmerinnen, dass sie nicht wissen, wie sie selbstbewusst auf etwaige Korruptionsforderungen reagieren sollen. Sie äußerten deshalb den Wunsch nach weiterführenden Trainings zu diesem Thema, um mehr über Verträge, deren Ausarbeitung und Auslegung zu erfahren. Darüber hinaus möchten besonders Geschäftsfrauen, deren Haupttätigkeit das Design von Mode ist, ein besseres Verständnis für geistige Eigentumsrechte erlangen. 

Aufgrund der globalen Pandemie musste die Allianz für Integrität das Vyapaar se Vyapaar ko Training, das all diese offenen Fragen beantworten sollte, verschieben. Zum Ausgleich wird es interaktive Webinars mit Experten geben, die sich speziell auf die oben genannten Themen konzentrieren. Darüber hinaus wird die Allianz für Integrität einen Online-Austausch mit Geschäftsfrauen aus Indien und anderen Ländern, in denen die Initiative aktiv ist, anregen. 

Autorin: Seema Choudhary

 
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