Privatsektor wirbt anlässlich des Internationalen Anti-Korruptions-Tages für Collective Action

10.12.2019

Accra, Ghana

Ein hochrangiges Gremium von Vertretern aus dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft hat die Unternehmen aufgefordert, sich für gemeinsame Maßnahmen („collective actions“) einzusetzen. Um den Kampf gegen die Korruption zu gewinnen, bedürfe es eines gemeinsamen Vorgehens, insbesondere im Hinblick auf die Umsetzung der Panafrikanischen Freihandelszone (AfCFTA).

Der Aufruf erfolgte auf dem Business Integrity Forum "Positionierung für die AfCFTA und die Korruptionsbekämpfung: die wichtige Rolle des ghanaischen Privatsektors“, das von der Alliance for Integrity, dem Verband der Privatunternehmen (PEF) und der Ghanaischen Anti-Korruptionskoalition (GACC) in Zusammenarbeit mit der Britisch-Ghanaischen Handelskammer (UKGCC), der Amerikanischen Handelskammer in Ghana (AMCHAM), der Ghanaisch-Deutschen Wirtschaftsvereinigung (GGEA), Palladium und dem Global Compact Netzwerk der Vereinten Nationen organisiert wurde.

In ihrer Begrüßungsansprache betonte die Vorsitzende der Advisory Group der Allianz für Integrität Ghana, Ronke Ampiah, die Notwendigkeit offener Diskussionen über die Herausforderungen und Hindernisse, denen sich der Privatsektor bei seiner Geschäftstätigkeit gegenübersieht. Sie plädierte für den aktiven Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen und für das Lernen von den guten Praktiken aus aller Welt, insbesondere darüber, wie man die Vorteile des grenzüberschreitenden Handels voll ausschöpfen und gleichzeitig die Korruptionsrisiken verringern kann. Sie betonte auch, dass der öffentliche Sektor, der Privatsektor und die Zivilgesellschaft bei der Korruptionsbekämpfung gemeinsame Maßnahmen ergreifen müssten.

Nana Osei Bonsu, Exekutivdirektor des Verbands der Privatunternehmen und Vorsitzender der Ghanaischen Anti-Korruptionskoalition, unterstrich die Geschäfts- und Investitionsmöglichkeiten, die die Panafrikanische Freihandelszone (AfCFTA) für den privaten Sektor bietet. Er betonte aber auch die damit verbundenen Herausforderungen eines liberalisierten Marktes, einschließlich des offensichtlichen Zusammenhangs zwischen Handel und Korruption. Er stellte fest, dass der Privatsektor die Diskussion über die Operationalisierung von Freihandelsabkommen nicht nur der Regierung überlassen könne. Er müsse sich aktiv an ihrer Ausgestaltung beteiligen und der Regierung in einer Gemeinschaftsaktion die Bedarfe des Privatsektors vortragen, damit Unternehmen von der Freihandelszone profitieren und Korruption verhindern könnten. Er forderte daher den Privatsektor und insbesondere die KMU, die etwa 90 % der Unternehmen in Ghana ausmachen, auf, sich den einschlägigen Branchenverbänden anzuschließen, Partnerschaften zu bilden und genügend Kapazitäten aufzubauen, um den Schocks durch die Umsetzung der Freihandelsabkommen standzuhalten. Er nutzte die Gelegenheit, um das ghanaische Parlament zu ermutigen, die Verabschiedung des Insolvenzgesetzes zu beschleunigen, damit angeschlagene KMU den Konkurs überleben und an der Freihandelszone teilnehmen können. Nana Osei Bonsu betonte die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit innerhalb des Privatsektors, um im Handel durch Korruptionsbekämpfung einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.

In einer Podiumsdiskussion zum Thema "Rolle des Privatsektors bei der Korruptionsbekämpfung" betonten die Teilnehmer, dass die Zusammenarbeit des Privatsektors notwendig sei, um Druck auf die Regierung auszuüben, damit sie die vollständige Umsetzung des Nationalen Aktionsplans zur Korruptionsbekämpfung (NACAP) und die Durchsetzung aller Rechtsvorschriften zur Korruptionsbekämpfung vorantreibe. Die Diskussionsteilnehmer wiesen auch auf die Notwendigkeit hin bei der Datenerhebung zu Korruption zusammen zu arbeiten und die Daten zum Aufbau von Kapazitäten oder gegebenenfalls zur Strafverfolgung als abschreckendem Beispiel zu verwenden. Die Frage nach den Kosten der Korruptionsbekämpfung stand im Vordergrund, und die Teilnehmer waren sich einig, dass kollektive Maßnahmen und neue, mutige Schritte notwendig sind, um von der bloßen Rhetorik zum evidenzbasierten Handeln gegen Korruption auf Industrie-, Verbands- und Kammerebene überzugehen.

Zu den Teilnehmern des Business Integrity Forums gehörten hochrangige Führungskräfte aus dem Privatsektor, aus öffentlichen Institutionen, Organisationen der Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen.
Diskussionsteilnehmer waren Simon Madjie, Executive Secretary - American Chamber of Commerce, Ghana; N. Adjoba Kyiamah, Executive Director - UK Ghana Chamber of Commerce; Stephen Antwi, Präsident - Ghanaisch-Deutsche Wirtschaftsvereinigung; Solomon Tettey-Akpeng, Vorstandsmitglied - UN Global Compact Network; Bright Sowu, Deputy Director - Ghana Anti-Corruption Coalition und Dr. Ingrida Kerusauskaite, Portfolio Lead, Anti-Corruption and Illicit Financial Flows - Palladium/MoDAC.

Autor: Gideon Mankralo


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