7. Treffen des Lenkungsgremiums entwickelt eine globale Vision

11.04.2019

Berlin, Deutschland

Am 10. und 11. April fand in Berlin das siebte Treffen des Lenkungsgremiums der Allianz für Integrität statt. Die Struktur des Treffens des Lenkungsgremiums war diesmal ein Workshop mit spannenden Diskussionen über die Vision für die Zukunft der Initiative. Ein Ziel, welches im Workshop aufkam, ist es weltweit als Wegbereiter für Antikorruptionsfragen bekannt zu sein. Deshalb plant die Allianz für Integrität den öffentlich-privaten Dialog weiter zu intensivieren, Regierungen in Aktivitäten wie globale Konferenzen einzubeziehen und darauf hinzuarbeiten, kollektives Handeln zur Norm im Bereich der Korruptionsbekämpfung zu machen.

Susanne Friedrich, Leiterin der Allianz für Integrität, erklärte, dass der Fokus dieses Treffens auf der Entwicklung einer globalen Vision 2025 für die Initiative liegt. Nach der erfolgreichen ersten Projektphase der Allianz für Integrität geht es nun darum, eine Strategie und einen Geschäftsplan für die nachhaltige Zukunft der Initiative zu erstellen. Die Mitglieder des Lenkungsgremiums reflektierten deshalb über den Stand der Initiative und blickten voraus, wohin ihre Aktivitäten in Zukunft führen könnten.

Als Alleinstellungsmerkmale der Allianz für Integrität definierten die Teilnehmenden den Multi-Stakeholder-Ansatz der Initiative, Aktivitäten im Bereich des öffentlich-privaten Dialogs und die Mischung aus globaler Repräsentation und lokaler Expertise. Einige der identifizierten Herausforderungen für die Förderung von Integrität im Wirtschaftssystem waren der Mangel an Ressourcen in den Unternehmen, um dieses Thema zu einer Priorität zu machen, keine Klarheit darüber, wie Unternehmen die Auswirkungen von Complianceprogrammen messen können, und in einigen Kontexten mangelnde politische Bereitschaft, Integrität zu fördern. Die Gruppe sammelte auch Ideen, wie zukünftige Möglichkeiten zur Förderung der Integrität aussehen könnten, z.B. die Nutzung digitaler Tools, die Teilnahme von Universitäten, um junge Menschen anzusprechen und Anregungen aus der Wissenschaft zu erhalten, sowie die Etablierung einer Compliancekultur in Unternehmen.

Vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nahmen Dr. Thomas Cieslik und Lucia de Carlo am Workshop teil. Dr. Thomas Cieslik würdigte den Multi-Stakeholder-Ansatz der Initiative und betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft. Lucia de Carlo erläuterte, wie Korruption und Bestechung den Handel behindern und für die lokale Wirtschaft schädlich sind; daher ist der Aufbau von Kapazitäten im Bereich der Korruptionsbekämpfung eine wichtige Praxis, um Handelshemmnisse zu überwinden.

Am zweiten Tag des Workshops stellten die Vertreterinnen und Vertreter der Länder einige Aktivitäten vor, die in ihren Regionen stattfanden. Dazu gehörten die erfolgreiche Globale Konferenz der Allianz für Integrität in Mexiko, die Teilnahme der Allianz für Integrität am German-African Business Summit in Ghana und der interregionale Austausch zwischen der Arbeitsgruppe Unternehmerinnen und weibliche Fachkräfte in Indonesien und der Frauenarbeitsgruppe von Complianceexpertinnen aus Argentinien. Als Neuigkeit aus Brasilien wurde die einjährige Aktivität der "Integritätsreise" und aus Indien die Entscheidung der Advisory Group, TheIntegrityApp an den lokalen Kontext anzupassen, vorgestellt.

Was Veränderungen innerhalb des Sekretariats der Allianz für Integrität betrifft, so wurde Carolina Echevarria als neue Verantwortliche für die Governance Struktur der Initiative vorgestellt. Das Lenkungsgremium wird Ende des Jahres erneut zusammentreten und dann wird das Unterkomitee seine Empfehlungen zur Formalisierung der Lenkungsstruktur vorlegen.

Das Lenkungsgremium besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Privatsektors, der Zivilgesellschaft und des öffentlichen Sektors und bietet deshalb einen Multi-Stakeholder-Ansatz für alle Entscheidungen, die im Rahmen der Allianz für Integrität getroffen werden. Zusammen mit den lokalen Advisory Groups stellt das globale Lenkungsgremium die Governance Struktur der Allianz für Integrität. Das Lenkungsgremium tagt zweimal im Jahr und hat als eine seiner Hauptaufgaben, Leitlinien für die Arbeit der Initiative festzulegen.

Die in der Sitzung des Lenkungsgremiums vertretenen Organisationen waren: Das Basel Institute on Governance, der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Grupo Toks, Indonesia Business Link, MAN SE, Merck Ghana, Merck Group, METRO AG, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), SAP SE, Siemens Mexico, Transparency International Deutschland e.V. und das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC).

 
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